Das imperiale Akademiewesen

Die Magierakademien des Imperiums werden von imperialen und fremdländischen Historikern als die Grundpfeiler des Machtapparats Basilius XII. beschrieben: Ohne diese fünf uralten Institutionen wäre eine Magokratie nicht zu installieren gewesen.

Das Akademienwesen ist dominiert von Bürokratie. Die wenigsten Magiebegabten verbringen ihre Zeit in Laboren, Bibliotheken oder Lehrsälen: Sie sitzen an Schreibtischen und ersticken in Anfragen von unten und Anweisungen von oben, jeder als kleines Zahnrad im Getriebe der Magokratie.

Die Auflagen, die Basilius und sein „Komitee zur Überwachung und Sanktion von legitimierter und illegitimer, resp. illegaler, Magie im Reich Seiner Hochheiligkeit Basilius XII. und der annektierten Gebiete“ erlassen, sind derart engmaschig, restriktiv und weitreichend, dass sie einen praktischen Magiegebrauch an sich ausschließen. Fast jeder Magiebegabte hat zu irgend einem Zeitpunkt vergessen, das richtige Formular auszufüllen (oder es zeitlich nicht geschafft, die knappen Fristen einzuhalten) – sodass selbst mit Brief und Siegel versehene, staatlich legitimierte Magier sich permanent strafbar machen.

Für gewöhnlich findet keine Verfolgung dieser Magier statt – aber Basilius hat gegen jeden magisch begabten Bewohner seines Reiches etwas in der Hand, das diesen im Zweifelsfalle den Kopf kosten kann, vom Elfen bis zum Gnom, vom einfachen Scholaren bis zum Akademievorstand.

Die fünf großen Akademien im Überblick

Die Akademien stehen im ständigen Konkurrenzkampf, und nicht selten begegnen sich auf ihren interakademischen Treffen erbitterte Todfeinde. Es gibt ein wesentliches Prinzip der Hierarchie, das in jeder Akademie gleich ist: Man erhält einen höheren Posten nur, indem der Betreffende abtritt – oder ablebt.

Durch die verschiedenen Privilegien der Akademien und ihre jeweilige Ausstattung sind die Institutionen jedoch stark aufeinander angewiesen, um Projekte verfolgen zu können, die über die jeweilige Spezialdisziplin hinausgehen. Es herrscht ein Kräftegleichgewicht: Keiner kann es sich mit dem anderen auf Dauer verscherzen. Alle Akademien werden in Kallipolis auf dem höchsten Berg der Stadt, dem Mysteriobouros (imp.: verschlossener/verborgener Berg), durch ihre Türme bzw. Gebäude repräsentiert:

Alle Gebäude sind im Zweifelsfalle autark, die Bediensteten (falls vorhanden) in internen Räumlichkeiten untergebracht.

  • Der Leviathan: Ein riesiger Verwaltungsapparat, der sich für rechtliche und bürokratische Belange aller Akademien interessiert. Basilius wichtigstes Machtinstrument und Basis seines Komitees. Die Mitglieder des Leviathan praktizieren vor allem Hellsichtsmagie zur Spurensuche und für die Wahrheitsfindung im Prozess außerdem steigern sie ihre Merkfähigkeit mittels mnemomagischer Techniken ins Unermessliche. Von den Fenstern des vierstöckigen Bürogebäudes ist die gesamte südliche Stadt einsehbar. Die Behörde wird geleitet von Visaionovo Gauccioso, dem „Erzbüroktaten“ und angeblich einzigem Menschen, der sich niemals eine Verfehlung wider die magokratische Ordnung zu Schulden hat kommen lassen. Dies mag auch daran liegen, dass er nicht magiebegabt ist und folglich viele Gelegenheiten hierzu entfallen.
  • Das Haus Esiliusim: Das Adelsgeschlecht derer von Esiliusim beherrschte vor Basilius‘ Zeiten weite Landstriche um Kallipolis. Sein Einfluss auf die Schlackeschiebergilde und anderen Rohstoffhandel machen das Haus auch heute noch unverzichtabr in Basilius‘ Machtapparat, wenngleich der Herrscher stets nach der Gelegenheit zu suchen scheint, dem mittlerweile über hundertjährigen Familienoberhaupt Saljaman von Esiliusim seine Macht zu entreißen. Die Gründung einer eigenen Akademie vor allem der Herrschafts- und der Transportmagie ging auf die Initiative Saljamans zurück. Sie ist in einer Herrenvilla auf einem umzäunten Grundstück nahe Basilius‘ eigenem Turm untergebracht und nimmt vor allem Mitglieder der weitverzweigten Familie als Scholaren auf.
    • Magistra Lasandra von Esiliusim: Bereits vor zwei Jahrzehnten übertrug Saljaman das operative Geschäft seiner überaus gewandten Tochter. Sie hat einige ihrer weiblichen Reize in den fünfzig ereignisreichen Lebensjahren verloren, strahlt aber weiterhin ein mysteriöses Charisma aus. Sie lenkt die Geschicke der Schlackeschieber Kallipolis – und kümmert sich, teils persönlich, um die Zöglinge der Akademie. Allmählich zehrt an ihr jedoch der laufende Aufenthalt auf Feiern und Festen der Basiliuskirche, der Austausch mit den Akademien und die harten Arbeitstage: Es wird behauptet, sie arbeite bis zu 100 Stunden in der Woche – und verbrauche Umnegne starker Pulver am Morgen und schwerer Weine am Abend.
  • Die magokratische Liga: Das ideologische Zentrum der imperialen Magokratie. Hier sitzt nicht nur der höchste Beamte des Reiches, der „Hohe Geheime Rat und Erzzensor“ Eleusios Carraghonios, der die kallipolischen Ausrufer und die wenigen Presseerzeugnisse kontrolliert, vom Turm der magokratischen Liga geht auch ein meilenweiter, leichter Herrschaftszauber aus, der die untertanen gefügig und mit dem Reich in Einklang halten soll. Eine stete Sorge Basilius‘ ist, dass die immensen Ressourcen, die dieser Zauber verschlingt, eines Tages nicht mehr aufgebracht werden können – und Kallipolis in einer Revolution versinkt. [Strikte Meisterinformation!]
    • „Hohe Geheime Rat und Erzzensor“ Eleusios Carraghonios: Einer der drei Erzmagier. Seine Gestalt ist von jahrzehntelangem Magiegebrauch gezeichnet und er läuft meist am Stock. Trotzdem gilt er als gefürchteter Inquisitor und brutaler Foltermeister, der ganz Kallipolis engmaschig überwacht, um missliebige Meinungen erbarmungslos zu verfolgen. Die meiste Zeit verbringt er jedoch damit, nach magischen Ressourcen zu fahnden und die Effizienz des Herrschaftszaubers zu verbessern – Experimente, für die schon zahllose Scholaren der Akademie ihr Leben ließen.
  • Institut für arkanographische Katalogisierung: Das Institut ist das Wissenschaftsministerium des Reiches. Vor allem die Magiegeschichte wird hier in Form von Folianten, Artefakten und auch „lebenden Quellen“ dokumentiert, kategorisiert und verarbeitet. Dominant ist die Hellsichtsmagie in all ihren Spielarten, vor allem aber die Antimagie zur Eindämmung zahlloser gefährlicher Wesen und Artefakte ist die Spezialität des Instituts. Sie betreibt zudem die umfassendste Astronomie und Astrologie der bekannten Welt. Akedemievorsteher ist Aquilius Clumbianus, ein uralter Archivar, dessen verfallender Körper nur noch von Pergamentstreifen und jeder Menge Magie zusammengehalten wird.
    • Aquilius Clumbianus: Der vor ca. 200 Jahren als junger Archivar den Dienst in einem Tempel (und sicher nicht des Basilius) aufnahm, ist heute eine Papiermumie, die beim Reden gewaltige Staubwolken ausatmet. Er ist außerhalb der Führungsrige des Instituts nahezu unbekannt und meidet das Sonnen-, seit einigen Jahren auch das Mondlicht. Er verschimmelt im wahrsten Sinne des Wortes in einem Kellerarchiv: Da er Wärmequellen aufgrund seiner eigenen Entflammbarkeit strikt meidet, zieht der feuchte Keller in seinen Pergament- und Papierleib ein – und kein Experte, weder für Papier, noch für Leder oder gar Haut, konnte ihn bislang von seinem Pilzbefall befreien.
  • Die Baracke: Das Äußere macht nicht viel her: Ein überdimensionierter Belagerungsturm aus schwarzem Stein und hellem Holz. Hier wird die Elite der Kampfmagier des Imperiums ausgebildet – und hier ist das Kriegsministerium beheimatet, das den ewigen Kampf gegen das Sethanerreich und die weniger bekannten Kriege gegen die Weltennarben, die Echsen und andere äußere Bedrohungen führt.
    • Kriegsministerin Magistra bellaria Kaja Magoscha: Kaja ist eine Mittdreissigerin, in deren Adern sichtlich Freibeuterblut fließt. Sie ist über zwei Meter groß, und ihre Oberarme können es mit den Oberschenkeln normalgewachsener Menschen aufnehmen. Bevor einem Scholaren die Weihen des Adepten zuteil werden, muss er sich mit ihr in einem Zweikampf messen – von denen sie noch keinen verloren hat, obgleich die Waffenwahl beim Scholaren liegt. Ein guter Teil ihres Kampferfolgs mag daher rühren, dass sie vom ersten Ausbildungstag an ihre Schüler erbarmungslos schindet. Wer auf der Strecke bleibt, wird an andere Akademien verkauft.

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