Schwierige Charaktere bei „Sphärengeflüster“

„Der Golgarit sucht sich Untote als Gegner, weil sie so lausige Werte haben, dass auch er mit ihnen fertig wird.“ (sinngemäßes Zitat)

Ein sehr lustiger Podcast über schwierige Charaktere in DSA – unbedingt anhören, auch wenn er mir mit über einer Stunde fast zu lang ist. Zur Sprache kommen Inkompatibilität mit anderen Gruppenmitgliedern, Schwierigkeiten für den Meister, regeltechnische Diffusitäten,“Spotlightzieher“ und ihr Potenzial, den Plot zu behindern, unspielbare „Scheinprofessionen“ und die Motivation, inkompatible oder nutzlose Charaktere zu spielen.

Wir reden diesmal über Charaktertypen, die den Mitspielern chronisch das Leben schwermachen können – als Beispiele haben wir uns den Elfen, den Golgariten, Praioten und Rondrianer sowie Maraskaner und Schwarzmagier herausgegriffen. Auch, wenn es sich hier um DSA-interne “Klassen” handelt, finden sich ähnliche Konzepte wahrscheinlich in vielen Systemen. Wir unterhalten uns über den ganz besonderen Coolness-Faktor dieser Charaktere, und wie sich das Spiel durchaus auch mal schwierig gestalten kann. Natürlich gibt’s auch einige Lösungsvorschläge, sowie einen kurzen abstrakteren Ausflug zu Charakteren, die in erster Linie für den Spielleiter problematisch sind, wie Spotlightzieher und “Nichtskönner”.

Ein Problem, das mit geweihten immer wieder auftritt, ist nach meiner Erfahrung auch die Hierarchie in der Gruppe: Letztlich ist zumindest einem Praios- oder Rondrageweihten Folge zu leisten. Immer. Unbedingt. Dem Spieler wird damit eine große Macht zu Teil, die er auch intime als Charakter nutzt und nutzen will. Und oft genug ist er reichlich beratungsresistent.

Den Maraskaner finde ich andererseits keineswegs so unspielbar, wie er im Podcast  dargestellt wird: Unser maraskaner Verwandlungsmagier hat die Gruppe, mit der wir gerade die Phileasson-Saga spielen, sehr bereichert. Er macht viele dumme Dinge (vor allem aus Neugier), beherrscht Diskussionen, bis niemand außer dem Schwarzmagier (!) mehr Lust hat, weiter zu diskutieren, aber er ist nicht inkompatibel. (Das mag auch daran liegen, dass der Rest der Gruppe aus besagtem Schwarzmagier, Aves-Geweihtem, Zibilja und natürlich Thorwalern besteht – also nicht unbedingt mittelreichisch-intoleranten Charakteren.)

Mein Favorit unter den „schwierigen“ Charakteren bliebt übrigens der Praios-Geweihte.

Praios-Siegel aus der Wiki Aventurica. Für Quellenangaben bitte klicken.

„Geistige Eigentumsrechte“ an Charakteren

Weil mir der Gedanke heute früh kam, wollte ich die juristisch Informierten unter den Lesern fragen, wie die Rechtslage ist: Darf ich eine Geschichte über einen Charakter schreiben und veröffentlichen, den ich mir nicht selbst ausgedacht habe? Szenario:

Ich leite ein Abenteuer mit meinem Plot und natürlich einigen Charakteren, die die Geschichte mit voran treiben. Die Geschichte will ich dann in einer Kurzgeschichte, einem Roman o.ä. verwenden. Brauche ich dafür die Zustimmung des Spielers/der Spieler, gerade, wenn ich ihre Charaktere 1:1 übernehmen will?

(Es handelt sich um eine rein akademische Frage, normalerweise sollte man sich in einer Spielrunde ja ausreichend verstehen, um das irgendwie klären zu können. Mich interessiert nur der Komplex Urheberrechte, und das schien mir ein spannendes Fallbeispiel zu sein.)