Was am Rollenspiel Spaß macht: Meta-Bezüge

Zunächst einmal muss ich mich für die unterirdische Posting-Frequenz hier entschuldigen. Ich komme einfach nicht dazu, etwas zu schreiben – Job, Freizeit- und Privatleben nehmen mich doch stärker in Beschlag, als gedacht. Außerdem habe ich erst seit zwei Wochen wieder Rollenspielthemen auf dem Schirm, seit ich nämlich hier in München eine Runde gefunden habe. Wir spielen wöchentlich Unknown Armies, die Gruppe pflegt einen Stil zwischen Storytelling und Charakterspiel mit einigen (meist kommunikativ lösbaren) Rätseln. Sehr angenehm – und nette Leute.

Bei dieser Runde fiel mir (den Rollenspielkarneval im Hinterkopf) auf, was mir an Gegenwarts-Settings bzw. allgemein auf unserer „realen Welt“ basierenden Settings so gefällt. Ich nenne es in Ermangelung eines besseren Begriffs einfach „Meta-Bezüge“. Was ich damit meine, ist vielleicht am besten anekdotisch erzählt:

Unser aktueller Plot führte die Gruppe aus dem Jahr 2012 auf eine Zeit- und „Sphären“-Reise in einen Stadtteil Münchens, der 1997 durch ein Ritual entrückt wurde. Inklusive vollständiger Verdrängung jeder Erinnerung daran – oder kennt hier jemand das „Silbergartenviertel“ neben dem Glockenbachviertel?

Einer der Charaktere sagte dann den Satz, der für mich den Spielabend prägte: „Wenn so ein großes, unterbevölkertes Viertel einfach verschwindet, und außerdem eine Sphärenruption allerlei Gesocks aus aller Welt anlockt – dann ist die Wohnungsknappheit im München des Jahres 2012 kein Wunder.“

Bingo. Genau solche Bezüge zur Welt meine ich mit Meta-Bezügen. Die im Nachhinein oder durch eine Zeitreise oder sonstwie ein Faktum der Welt völlig anders erklären, interpretieren, illustrieren, als es unsere Outtime-Geschichtsschreibung tut. Darum gefällt mir das Shadowrun-Universum so gut, auch wenn die meist auf Taktiker zugeschnittenen Plots nicht dauernd mein Fall sind. Unter anderem darum liebe ich das Cthulhu der Zwanziger und Cthulhu Now, die völlig andere Interpretationen der spannenden Geschichte des 20. Jahrhunderts anbieten. Darum mag ich die WoD und ihre „Secret History“. Darum mag ich Alternate Reality Games.

Schön, dass ich es noch geschafft habe, am letzten Tag des September am RPG-Karneval teilzunehmen. Ich verzichte daraug, voreilig Besserung zu geloben, was die Postings hier im Blog anbelangt. Vielleicht wird das besser, wenn Domi wieder seinem Studium nachgeht und wir es vielleicht endlich mal wieder schaffen, ein paar Plotsprenger aufzunehmen.

3 Gedanken zu “Was am Rollenspiel Spaß macht: Meta-Bezüge

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