DSA-Intime-Roman: Ist das die richtige Gattung?

Disclaimer: Ich bin kein Germanist, also ist das hier alles reine Laienmeinung.

Im Feedreader überraschte mich heute die Meldung von Ulisses, es werde einen feyozentrischen (Neologismus; etwa: „auf Elfen fokussierten“) Roman geben, der sowohl outtime als ausgearbeitete Lektüre wie auch intime als Artefakt dient. (Ich bin gespannt auf die Verbreitung, Sprache, Voraussetzungen etc.). Das Cover:

Cover „Aldarin“. Copyrght: Ulisses Spiele

Nun habe ich mich als erstes gefragt: Ist der Roman die richtige Gattung? Ich habe eigentlich noch von keinem intime in Aventurien existenten Roman gehört. Und ich hätte die Gattung Roman immer wesentlich moderner eingeschätzt als das mittelalterlich-frühfrühneuzeitliche Setting Aventurien, ich hätte sie ins 17. oder spätere Jahrhunderte gepackt. Stimmt aber wohl nicht, denn eigentlich bezeichnet der Roman anscheinend seit dem 12. Jahrhundert Schriften, die nicht im klassischen Latein sondern in Volkssprachen veröffentlicht wurden. Garethi-Schriften gibt es aber ja schon diverse, daher kann das eigentlich nicht der Hintergrund sein.

Hat jemand Ideen, wie der aventurische Roman in die aventurische Literaturgeschichte einzubetten ist? Geht es nur mir so, dass ein IT-Roman anachronistisch für das Setting wirkt? Oder habe ich übersehen, dass es schon irgendwo Beschreibungen von IT existenten Romanen gibt?

14 Gedanken zu “DSA-Intime-Roman: Ist das die richtige Gattung?

  1. Die Wiki Acenturica sagt zu dem Thema: „Während sich fast alle älteren Folianten mit Magie, Wissenschaften, Religion, Rechts- oder Staatskunde beschäftigen, gibt es zunehmend auch Tagebücher im Quarto-Format, kleinere Notizbücher, unbedruckte Octavos, Novellen für wenige Heller, sowie poetische und künstlerische Werke.“
    http://www.wiki-aventurica.de/wiki/Buch

    Also ja, es gibt sie, wenn auch wahrscheinlich hauptsächlich in bürgerlichen Familien.

  2. Unabhängig davon, wie die Geschichte des Romans in der realen Welt so geartet ist (und ich würde als Experten eher einen Literaturwissenschaftler als einen Sprachwissenschaftler heranziehen, aber das nur am Rande), gibt es natürlich einerseits die von Elch genannten Hinweise sowie die für mich doch ausschlaggebende Profession „Schriftsteller“ – ich würde also in Aventurien Romane nicht rundweg ablehnen. Gäbe es nur Kopisten und Schreiber, bräuchte man den kreativeren Schriftsteller schließlich nicht.

    Ob der hier vorgestellte Roman das natürlich auch alles leisten kann, was man sich damit vorgenommen hat, wird man dann wohl sehen müssen. Aber mich beschäftigt ja viel eher die Frage: Warum hat er den Bauchnabel über dem Magen?…

    1. Gerade, wenn wir beim Thema Kreativität sind: Da würde mich mal mehr zu interessieren, etwa, ob es in Aventurien auch einen „Geniekult“ gibt, wie er mit meinem Begriff vom Roman einhergeht, oder ob die Schreiberlinge einfach als Handwerker gesehen werden.

      Und zu deiner anatomischen Frage: Ist halt ein Elf, und ist Fantasy ^^.

      1. Gute Frage – würde ich tatsächlich auch nicht ausschließen. Gerade in Horasien, wo man sich auf seine Kultiviertheit viel einbildet, würde das doch gut passen, finde ich.

  3. >Der Roman gehörte vor 1750 weder zur Poesie noch zur „Literatur“ – er war Teil der „historischen Schriften“ und in seiner aktuellen Produktion der belles lettres deren virulentester und skandalösester Part. Wie sich der Roman auf das Besprechungswesen zu bewegte, ist für das 18. Jahrhundert noch weitgehend ununtersucht. Welche Funktionen er zuvor erfüllte, als er das literarische Besprechungswesen noch weitgehend affrontierte, nicht minder.

    sagt Wikipedia.
    Dass es also schon ab Buchdruck in der Realen Welt irgendwas in diese Richtung gegeben hat, was aber mangelhaft recherchiert und aufgrund seiner wissenschaftlichen Unnennbarkeit in der damaligen Zeit einfach auch mangelhaft dokumentiert ist, ist anzunehmen. Da in Aventurien der Buchdruck bereits bekannt ist, würde ich davon ausgehen, dass es sowas schon gibt. Insbesondere in den bürgerlichen Städten Horasiens halte ich Romane, also längere, fiktionale Prosatexte, für durchaus realistisch.

  4. Also die Verbreitung von „Hellerromanen“ und dergleichen in Aventurien weist für mich schon eher in Richtung des 18. Jahrhunderts. Aventurien ist halt ein anachronistisches Monster, Fantasy eben!🙂

  5. Ich hab schonmal reinlesen können: Das Buch ist IT eine Übersetzung aus dem…äh…Dingens. Diesem Elfenbuch, das sich selber schreibt und die Geschichte der Elfen erzählt. Es gibt ein Vorwort und Anmerkungen des fiktiven Übersetzers und der Rest ist halt sozusagen ein Auszug aus dieser „Elfenchronik“. Insofern liest es sich auch nicht unbedingt wie ein klassischer Roman, sondern wie eine Sage/ein Märchen o. ä.

  6. Also du liegst nicht ganz falsch, wenn du die Entstehung dessen, was man auch heute als Roman bezeichnen würde, in das achtzehnte Jahrhundert legst. Die Bezeichnung an sich ist aber wie auch bereits weiter oben gesagt eigentlich älter.

    In aventurien scheint es den Roman aber bereits zu geben, vor allem im horasreich. Bei den selemer Tagebüchern gibt es dazu was und ich glaube auch in der Anthologie Stadtstreicher wird das erwähnt. Heißen immer sowas wie rahjalinde und der sanfte Pirat etc.

    Für das horasreich finde ich eigentlich das Aufkommen des Romans relativ plausibel auf jeden fall.

  7. Danke für den vielen Input – das ewigmoderne Horasien habe ich tatsächlich außer acht gelassen. Aber den Eindruck eines gewissen „Anachronismus“ werde ich nicht los. Ich werde mir den „Roman“ jedenfalls demnächst mal besorgen – oder muss ich da irgendwelche SPoiler speziell für die Phileasson Saga fürchten? Die spiele ich nämlich gerade …

    1. so wie ich den Text lese würde es mich nicht wundern:/ [was kann man eigentlich noch gefahrlos lesen?^^]

      [Klappentext:] Vor 10.000 Jahren: Dies ist die Geburtsstunde der Elfen Aventuriens. Zu jener Zeit verlässt auch der Elf Aldarin mit-dem-Sternenmal als einer der ersten die Inneren Wälder von Sala Mandra. Mit dem Schritt über eine unsichtbare Schwelle lässt er den Geburtsort der Elfen Aventuriens hinter sich und taucht ein in die Wirklichkeit. Er folgt den Spuren Simias der-aus-dem-Licht-trat, dem legendären ersten Hochkönig der Elfen und Begründer der hochelfischen Kultur, um ihn zu warnen. Denn die Orks rotten sich zusammen, um der gerade entstehenden elfischen Rasse einen vernichtenden Schlag zu versetzen.

      Aldarin ist eine Erzählung aus dem legendären Faedhari, dem magischen Geschichtsbuch der Elfen.

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