Cyclopean Citadels

Ein zyklopäisches Konstrukt zum Rollenspiel. Irgendwann jedenfalls.

Kategorie: Spielerleben

Messe ahoi!

by anouphagos

Auf geht es zur Leipziger Buchmesse. Die Rollenspielverlage sind wie immer kaum (oder nicht?) repräsentiert, Ulisses und Pegasus reagieren via Twitter nicht auf die Frage, ob sie Stände oder Veranstaltungen haben – alles beim Alten also. Nur die RPG-Insel, die es letztes oder vorletztes Jahr noch gab, entfällt.

Daher die direkte Frage: Wer von euch ist da? Hat jemand Lust auf einen Kaffee? Spannende Ideen für Blogbeiträge, Interviews, Plotsprenger?

Zwischen den Jahren: Meine meistgeleiteten Systeme

by anouphagos

Es memelt in der RPG-Blogopshäre herum, etwa bei der Analogkonsole, der Seifenkiste und Obskures: Welche Systeme habt ihr am öftesten geleitet? Bei mir ergibt sich eine Top 5:

  1. DSA. Trotz aller Abneigung gegen das überkomplexe Regelwerk und die bis in den letzten Andergast’schen Bierkrug beschriebene Welt – mit diesem System bin ich richtig und dauerhaft ins PnP eingestiegen und habe naturgemäß auch die meiste Meistererfahrung gesammelt. Alleine ca. 2 Jahre eine Paktierergruppe zu leiten hat Spaß gemacht, insbesondere die Erstellung unvergesslicher Locations wie der Amazeroth-Höhle.
  2. Cthulhu. Danach folgt, glaube ich jedenfalls, Cthulhu, im Speziellen Cthulhu Now. Ich spiele gerne in einer unserer Realität analogen Welt, die durch ein paar Monstren und Ereignisse “mythifiziert” wird.
  3. WoD. Das führt uns auch gleich in die Welt der Dunkelheit. Mein meisterliches Lieblingsstück war die Zerstörung der gesamtn bekannten Welt durch eine Zombie-Apokalypse, lange, bevor The Walking Dead Mainstream und Pop wurde.
  4. Shadowrun. Bemerkenswerterweise erinnere ich mich nur an wenige Plots und wenige Begebenheiten. Auch Charaktere sind mir wenige in Erinnerung. SR ist irgendwie für mich kein einprägsames System, weder als Spieler noch als Meister.
  5. FATE. Leider hatte ich nur wenig Gelegenheit, FATE und unser Setting Katerra zu leiten. Ich hoffe, dass sich das ändert, wobei die Chancen durch meinen Wegzug nach München nicht unbedingt gestiegen sind, das hier zu verwirklichen …

Damit endet meine Meistererfahrung auch eigentlich – ich habe zwar diverse kleinere Systeme (Dungeon Slayers, PPP, Kobolde!) ab und an einmal geleitet, von Erfahrung würde ich hier aber nich sprechen. Damit steht der erste Neujahrsvorsaatz: Ich muss mehr Systeme als Meister kennenlernen! (Aber wie das mit Vorsätzen so ist …)

Und in diesem Sinne wünschen Domi und ich euch allen einen guten Rutsch – bleibt uns gewogen, wir sehen uns 2013.

Stina Leicht über ihre Storytelling-Ausbildung durch Rollenspiel

by anouphagos

Unter dem grandiosen Titel “The Importance of Being Geek” schreibt Stina Leicht, die gerade Charles Stross’ Blog pflegt, über die Bedeutung ihres geekigen Hobbys Rollenspiel für ihr Schreiben, ihr Leben und ihre Person.

 

Regarding writing, RPGs taught me a great deal about story pacing, characters, and dialog. When you have immediate feedback from players, it’s easy to see when you’re boring them. They start chatting with one another. They text their friends. You can see by their expressions whether or not you’ve got their attention. I think it’s a good thing for all writers to experience. [...]

[W]hen I started playing D&D there weren’t many women who played RPGs, let alone DM’d. I had to be twice as tough on my players as male DMs were in order to get respect from male players.

An Alphabet Soup Character: Was ist euer liebstes Charakterkonzept in den Nachrichtendiensten und Behörden dieser Welt?

by anouphagos

Wer liebt es nicht: FBI-Charaktere in Cthulhu, KGIA-Agenten in DSA, Delta Green, Polizisten in der WoD. Gerade die amerikanische Alphabet Soup macht Spaß. Mein letzter Charakter: Ein US Marshal, inspiriert von Raylan Givens aus Justified und dann doch ein ganz anderer Charakter geworden. Das Setting war Cthulhu/Delta Green – und ich fand den Charakter wunderbar passend, auch wenn die anderen Spieler sich für FBI-Ermittler entschieden und ich irgendwann raus war. Machte nichts, da zog ich sowieso nach München.

Was mich reizt: Behördenbefugnisse, Autorität, und vor allem der Kampf gegen die internen bürokratischen Windmühlen, was bei Delta Green und ähnlichen Spielumgebungen naturgemäß an der Tagesordnung ist. Was reizt euch an Behördenkram und Nachrichtendiensten? Oder reizt euch das gar nicht? Und was ist euer Lieblings-Charakterkonzept für solche Chroniken – der Kämpfer, der Operator, der Clerk?

(Mit etwas Glück gibt es demnächst die zweite Staffel der Plotsprenger, da würde ich auch gerne eine Episode zu Ermittlungsdiensten & Co. machen.)

Was am Rollenspiel Spaß macht: Meta-Bezüge

by anouphagos

Zunächst einmal muss ich mich für die unterirdische Posting-Frequenz hier entschuldigen. Ich komme einfach nicht dazu, etwas zu schreiben – Job, Freizeit- und Privatleben nehmen mich doch stärker in Beschlag, als gedacht. Außerdem habe ich erst seit zwei Wochen wieder Rollenspielthemen auf dem Schirm, seit ich nämlich hier in München eine Runde gefunden habe. Wir spielen wöchentlich Unknown Armies, die Gruppe pflegt einen Stil zwischen Storytelling und Charakterspiel mit einigen (meist kommunikativ lösbaren) Rätseln. Sehr angenehm – und nette Leute.

Bei dieser Runde fiel mir (den Rollenspielkarneval im Hinterkopf) auf, was mir an Gegenwarts-Settings bzw. allgemein auf unserer “realen Welt” basierenden Settings so gefällt. Ich nenne es in Ermangelung eines besseren Begriffs einfach “Meta-Bezüge”. Was ich damit meine, ist vielleicht am besten anekdotisch erzählt:

Unser aktueller Plot führte die Gruppe aus dem Jahr 2012 auf eine Zeit- und “Sphären”-Reise in einen Stadtteil Münchens, der 1997 durch ein Ritual entrückt wurde. Inklusive vollständiger Verdrängung jeder Erinnerung daran – oder kennt hier jemand das “Silbergartenviertel” neben dem Glockenbachviertel?

Einer der Charaktere sagte dann den Satz, der für mich den Spielabend prägte: “Wenn so ein großes, unterbevölkertes Viertel einfach verschwindet, und außerdem eine Sphärenruption allerlei Gesocks aus aller Welt anlockt – dann ist die Wohnungsknappheit im München des Jahres 2012 kein Wunder.”

Bingo. Genau solche Bezüge zur Welt meine ich mit Meta-Bezügen. Die im Nachhinein oder durch eine Zeitreise oder sonstwie ein Faktum der Welt völlig anders erklären, interpretieren, illustrieren, als es unsere Outtime-Geschichtsschreibung tut. Darum gefällt mir das Shadowrun-Universum so gut, auch wenn die meist auf Taktiker zugeschnittenen Plots nicht dauernd mein Fall sind. Unter anderem darum liebe ich das Cthulhu der Zwanziger und Cthulhu Now, die völlig andere Interpretationen der spannenden Geschichte des 20. Jahrhunderts anbieten. Darum mag ich die WoD und ihre “Secret History”. Darum mag ich Alternate Reality Games.

Schön, dass ich es noch geschafft habe, am letzten Tag des September am RPG-Karneval teilzunehmen. Ich verzichte daraug, voreilig Besserung zu geloben, was die Postings hier im Blog anbelangt. Vielleicht wird das besser, wenn Domi wieder seinem Studium nachgeht und wir es vielleicht endlich mal wieder schaffen, ein paar Plotsprenger aufzunehmen.

Einfach zu nerdig: Eine Turing-Maschine auf MtG-Basis

by anouphagos

Weder Informatik noch Magic sind Themen in diesem Blog, aber wenn eine Idee gar zu nerdig ist, muss ich sie hier einfach verewigen. Außerdem beruhigt das mein zu Recht schlechtes Gewissen, so wenig für CC zu tun und auch mit dem Plotsprenger massiv hinterher zu hinken.

Jedenfalls: Hier findet sich eine Darstellung, wie sich mit Hilfe einiger Magic-Karten eine Turing-Maschine simulieren (bauen?) lässt. Mir für die Lektüre zwischendrin zu hoch – aber für alle anderen: enjoy!

ARG: “Legenden von Andor”

by anouphagos

Disclaimer: Dieser Artikel hat nur sehr lose etwas mit Rollenspiel zu tun: Es geht um ein Rabbit Hole, das ich heute im Briefkasten fand. Worum es sich bei Rabbit Holes handelt, was ein ARG ist etc.pp. kann man u.a. der zehnten Folge des Plotsprengers (und den dort verlinkten Seiten) entnehmen. Dass ARGs bei uns schon öfter Thema waren, ist der Grund, warum ich hier berichte: Heute fiel der Startschuss, ergo bietet sich nun auch allen ARG-Interessierten, die kein Päckchen erhielten, die Möglichkeit, ein ARG live mitzuverfolgen.

Update: Anscheinend geht es doch nicht um “Die Schatten kommen” sondern um “Legenden von Andor”. Das Impressum hat mich einigermaßen erfolgreich verwirrt.

Heute früh befand sich in meiner Post eine kleine, genietete Pappschachtel folgenden Inhalts:


Der Profi erkennt sofort: Es handelt sich hier um den Einstieg in ein Alternate Reality Game. Eine erste Recherche führte mich zu einem Foreneintrag auf glamour.de, über den ich u.a. auf eine FB-Gruppe zur Spurensuche und eine Intime-Website stieß. Ich habe die dortigen Institutsmitarbeiter bereits angeschrieben, von der verschwundenen Josephine Martenstein bekam ich sofort eine Abwesenheitsnachricht, auf die Antworten der Professoren warte ich noch. Das Verschwinden belegt neben einer Anzeige auf ImageShack ein Zeitungsartikel, den ich mit Hilfe dieses sehr empfehlenswerten Online-OCR-Converters eingelesen habe:

Suchaktion erfolgslos abgebrochen — junge Archäologin gilt weiterhin als vermisst.

POTSDAM — Auch die letzte großangelegte Suchaktion am Donnerstag im Potsdamer Forst verlief erfolglos. Neben einem 30-köpfigen Suchtrupp setzten die Behörden auch Suchhunde und einen Helikopter ein. Die 29-jährige Archäologin wurde vor 10 Tagen von ihrem Arbeitgeber — dem archäologischen Institut Brandenburg — als vermisst gemeldet, nachdem sie bereits mehrere Tage lang nicht zur Arbeit erschienen war. Josephine Martenstein gilt als verlässlicher Charakter und versierte Archäologin, die zur Zeit im Berliner Umland mit Ausgrabungen keltischer Kultstätten beschäftigt war. Der keltische Einfluss in unserer Region ist umstritten und aus diesem Grund hatte Frau Martenstein ihre Grabungsstellen aus Schutz vor Grabräubern niemanden kommuniziert. Das könnte ihr jetzt zum Verhängnis geworden sein. Die Polizei geht von einem Unfall während Set. Grabung aus. Die Bevölkerung, besonders Waldgänger, werden um Hinweise gebeten. ARF

Die Polizei bittet um Hinweise Haben Sie diese Frau gesehen?

Fragen über Fragen: Was bedeuten die Runen, die sich auch in einem Dokument bei Docs finden, das Josephine hochgeladen hat? Wer ist der Autor ARF des Artikels? Wo ist Josephine? Und was hat das Ganze mit dem Buch “Die Schatten kommen” zu tun, das bereits mit einer “Kaninchenproduktion“, einem Geocaching-Event, beworben wurde – und nun offenbar mit einem ARG? Oder geht es doch um die Legenden von Andor, wie auf FB vermutet wird? Die Sache wird spannend …

The Gamers wird crowdgefundet fortgesetzt!

by anouphagos

The Gamers ist sicherlich den meisten Lesern bekannt. (Ansonsten: hier.) Und auf Kickstarter geht es nun weiter:

What is The Gamers: Hands of Fate?

A feature film set several years after the events of Dorkness Rising, this film follows Lodge, Joanna, Cass, Gary, and Leo to Gen Con Indy, The Best Four Days in Gaming, to spend four days gaming. It’s an ambitious project that we couldn’t have made until now!

In fact, we’re shooting much of the film at Gen Con Indy in August of 2012 – while this Kickstarter campaign is running – in order to capture crucial footage we can only get at the convention itself.

Following the conclusion of the campaign, we will move into preproduction for the rest of the shoot in October and November of 2012, then spend many months in post-production for an online release and premiere at Gen Con Indy in August 2013.

Der Gratis-Rollenspiel-Tag

by anouphagos

Für den 2.2.13 ist ein “Gratis-Rollenspiel-Tag” nach Vorbild des Free RPG Day geplant. Grundkonzept:

Möglichst alle deutschen Rollenspielverlage und -organisationen sollen sich an der Aktion beteiligen und dafür sorgen, dass an einem bestimmten Tag, dem 2.2.2013, in den deutschen Rollenspielläden “CARE”-Pakete landen. Diese Pakete enthalten extra zu diesem Zweck produziertes Material, über das die Händler frei verfügen können. So können sie es beispielsweise den Kunden zu einem Kauf hinzugeben oder es an diejenigen verschenken, die an diesem Tag an den im Laden angebotenen Demo-Runden teilnehmen.

Ein paar spontane Ideen, wie man sich beteiligen könnte:

  • Wer eigene Systeme/Settings/… kreiert, könnte Material zur Verfügung stellen. (Hallo, Katerra!) Etwa einen One- oder Two-Pager (doppelseitig A4 o.ä.) mit einer Regel-Grundübersicht, Generierungsanleitung, eben allem, was man zum Losspielen braucht. Ich denke z.B. an die 1W6-Flyer-Bücher.
  • Begleiten sollte man das mit einer Demorunde. Vorgefertigte Charaktere plus Plot plus Spielleiter. (Und da fängt das Katerra-Problem an: FATE ist für absolute Neulinge vermutlich nicht in einer halben Stunde Regelerklärung zu verstehen.)
  • Multiplikator spielen. Und mal ausnahmsweise nicht online, sondern indem man Leute mit in den Laden bringt, die dem Hobby eher fern stehen. Ich denke, das ist die wichtigste Aufgabe: Newbies anschleppen. Denn sonst bleibt der Werbeeffekt aus.

Gerade, was die kleineren self published-Sachen anbelangt wäre auch noch zu überlegen, ob man sich zusammenschließen kann, um Druckkosten für die Aktion zu sparen, oder ob man ganz neue Wege geht. Wiederum ein spontaner Einfall: Man verteilt nur Visitenkarten mit QR-Codes zu einer speziellen Microsite des Spiels/Settings und einem hübschen Logo – oder verzichtet ganz auf verteilbares Bedrucktes und hängt den Code aus. Damit erreicht man dann natürlich wieder nur Smartphone-Besitzer.

Plotsprenger #7: Rollenspiel in Online-Medien

by anouphagos

In diesem Plotsprenger geht es um unsere Erlebnisse und Erfahrungen mit Rollenspiel in digitalen und Online-Medien. Damit ist er wieder ein Beitrag zum rsp-blogs.de-Karneval, diesmal zum Juni-Thema “Das Hobby Online“, der von Clawdeen spielt ausgerichtet wird.


Direkt zur Datei hier entlang.

Wir hoffen auf viel Feedback: U.a. dazu, welche Themen wir vielleicht noch detaillierter in Textbeiträgen oder einem der kommenden Plotsprenger behandeln sollen. Ein grobes Inhaltsverzeichnis:

  1. RPG in Voicechat, Chat, Foren – ist das richtiges Rollenspiel?
  2. MMORPGs und RPG
    1. Was haben sie miteinander zu tun?
    2. Cthulhu Nation
  3. Online im Spiel
    1. OT – OT
    2. OT in IT
    3. IT in IT
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